Ursprünglich wollte die Schauspielerin Anna Maria Sturm nur Aufnahmen für ihr Demoband machen; die Chemie mit den Musikern stimmte jedoch von Anfang an und weniger als ein Jahr später wurde bereits ihr Debut-Album “TALES OF WOE” in gleicher Besetzung aufgenommen. Die Platte stellt vor allem Songs aus den 20er bis 50er Jahren des “Great American Songbook”, sowie Chansons des französischen “enfant terrible” Serge Gainsbourg in den Mittelpunkt.
Keineswegs beliebig war hier die Song-Auswahl: Sämtliche Songs und Chansons gehören zu den Lieblingsliedern der Schauspielerin, zu jedem einzelnen hat sie einen persönlichen Bezug. Die Musiker Uri Gincel (p), Peter Gall (dr), Andreas Lang (b) und Wanja Slavin (sax) - allesamt fester Bestandteil der deutschen und europäischen Jazzszene - spielen diese schon etwas in die Jahre gekommen Kompositionen in der Tradition des zeitgenössischen Jazz, ohne ihnen jedoch deren besonderen Charme zu nehmen.

Veröffentlichung

Anna Maria Sturm Quintett »Tales of Woe«

Tales of Woe
Anna Maria Sturm Quintett

2014 WhyPlayJazz (RS015)
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Titelverzeichnis

  1. Ich weiss nicht, zu wem ich gehöre  2:41
  2. Help Me  4:58
  3. Indifférente  2:59
  4. Nature Boy  6:37
  5. I Fall in Love Too Easily  5:02
  6. Ces petits riens  3:52
  7. You Go to My Head  3:12
  8. Couleur café  2:42
  9. You've Changed  4:17

Konzerte

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Töne/Bilder/Videos

Reviews

The accompanying quartet is absolutely wonderful, as are the arrangements, which make this album a continuous pleasure to listen to. Wanja Slavin, who plays a myriad of instruments, is the main instrumental soloist, but Uri Gincel's piano work is the most important layer which stays with Anna Maria Sturm's vocals. The rhythm section does everything that is expected of it, providing wonderful bass pulsation and steady beat, but stays unobtrusive and elegantly in the shadows.
Overall this is a "different" vocal album from most other similar efforts appearing on the scene and one that is a true fun to listen to. I suppose that this music work even better live. Definitely worth investigating!

Adam Baruch, adambaruch.com

Hier singt sie, begleitet von einem Jazzquartett unter Leitung des grandiosen Bläsers Wanja Slavin, ausschließlich Kompositionen von Serge Gainsbourg, Joni Mitchell, Eden Ahbez und Friedrich Hollaender. [...] Man spürt den Spaß, den Sturm beim Singen hat, hier scheint sie gelöst und sie selbst zu sein.

Olaf Maikopf, Jazz thing #106

Die vor allem als herausragende Schauspielerin ihrer Generation bekannte Anna Maria Sturm reiht sich mit ihrem Anna Maria Sturm Quintett („Tales of Woe“, WhyPlayJazz RS015), einer top besetzten Band mit erfreulich vielen Freiheiten, nahtlos ein in die Liste der großen oder zumindest „guten schlechten Sängerinnen“, wie sie Marlene Dietrich und Hildegard Knef in Perfektion verkörperten. Gesanglich ist diese sehr konservative und im Grunde auch unoriginelle Ansammlung von Evergreens natürlich viel zu risikoarm ausgefallen. Trotzdem hat die Performance von Anna Maria Sturm bisweilen eine tiefdunkle interpretatorische Kraft, die fesselnd ist und in ihren besten Momenten einen unwiderstehlichen Sog ausübt. Sie hat es geschafft, den Stücken tatsächlich etwas Charismatisches einzuschreiben. Und vielleicht ist das sogar das Wichtigste, was sich über die Neueinspielung von Songs, zu denen ungezählte Referenzaufnahmen vorliegen, sagen lässt.

Volker Doberstein, Jazz Podium 11/2014

Besonders überzeugt dabei natürlich – neben der ausgezeichneten Interpretation – die Auswahl der Stücke. Friedrich Holländers „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“, wo der Vergleich zu Hildegard Knef sehr nahe liegt – obwohl Sturm, technisch gesehen, überzeugender auftritt – drei Stücke des großen Serge Gainsbourg, „Indifférente“, „Ces petits riens“ und „Couleur Café“ – ersteres erinnert im Timbre an Anja Plaschg (Soap & Skin) – sowie Eden Ahbez und ein bunter Mix aus amerikanischen Standards, bieten der Sängerin eine musikalische Bühne, auf der sie sich frei zu entfalten versteht. Tolle Jazzarrangements treffen dabei auf eine interessante, bezaubernde Stimme, die sich dem Hörer nicht sofort erschließt. Ihr wohnt etwas Unheimliches inne, eine Melange aus Wärme und Distanz, Vertrautheit und Entfremdung. Tales Of Woe bietet dem Hörer knapp 40 Minuten bezaubernde Musik, die man nicht verpassen sollte. Sturm gelingt es, den Stücken neues Leben einzuhauchen, ohne dabei das Original aus den Augen zu verlieren.

Julian Auringer, diekopfhoerer.eu

Schauspieler, die davon überzeugt sind, auch Gesangstalent zu haben, gibt es leider in rauen Mengen. Anna Maria Sturm gehört nicht dazu. Die bayrische Theater- und Filmschauspielerin hatte eigentlich nur vorgehabt, ein paar Songs für ein Demoband aufzunehmen. Dann gerieten die Aufnahmen unter Leitung des Saxophonisten Wanja Slavin so gut, dass gleich ein ganzes Album daraus wurde. Der Opener, das durch Marlene Dietrich bekanntgewordene "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre", schickt den Hörer zunächst auf die falsche Fährte: "Tales of Woe" ist keine Chanson-Pop-Platte, sondern hat richtig anspruchsvollen Jazz zu bieten. Arrangeur Slavin, Anfang 2014 mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet, und seine drei Mitmusiker sorgen mit ausgedehnten Instrumentalpassagen für Live-Atmosphäre. Und Anna Maria Sturm mag keine zweite Billie Holiday sein, aber ihre Interpretationen von Jazzstandards und Serge-Gainsbourg-Chansons haben Biss und Gefühl. Ein gelungenes Debütalbum.

Jan Paersch, artistxite.de

Dass der Jazz eine Herzensangelegenheit für die Oberpfälzer Schauspielerin ist, merkt man deutlich. Virtuos interpretiert Sturm die deutschen Lieder, Jazzstandards und Serge Gainsbourg-Chansons mit voller und doch zarter Stimme.

Mittelbayrische Zeitung "Anna Maria Sturm singt als Biene Jazz", Micha Matthes