Seit ein paar Jahren bestimmt die Rückkehr der Gitarre den aktuellen Jazz. Immer neue Konstellationen bilden sich, vorzugsweise in kleineren Gruppen. Was einst Ende der 60er-Jahre begann, ist nach 1990 immer variantenreicher und individueller geworden. Nie war die Gitarre so wertvoll wie heute. Der Wahlberliner Paul Peuker gehört in diesen Kontext. Der studierte Komponist und Gitarrist hat auch im Trio aufgenommen, doch reicht sein Ansatz weit darüber hinaus. 2011 gründete er sein Oktett Peuker8, um einen Zugriff von größerer Breite zu realisieren. Neben seiner Gitarre besetzt mit Piano, Schlagzeug, Altsaxofon, Kontrabass und einem Streichtrio mit Violine, Bratsche und Cello, legte er 2014 sein erstaunliches erstes Album „Resound“ vor. Die faszinierende Fusion aus Jazz und europäischer Klassik, die Peukers außergewöhnliche Kompositionsweise charakterisiert, wurde hoch gelobt.
Nun ist Paul Peuker mit seiner zum Glück konstant gebliebenen Großformation weitergegangen auf seinem Weg. Das aus vielen gemeinsamen Spielerfahrungen erwachsene zweite Album „Influx“ ist der konsequente nächste Schritt. Noch schlüssiger und bei gesteigerter Intensität erfüllt er sein Konzept mit Leben.
Peuker hat der Musik eine Balance von Formbewusstheit und improvisatorischen Freiheiten eingeschrieben, als ginge das gar nicht anders. Das nimmt diesem Großaufgebot das Starre und macht es zu einem äußerst beweglichen Organismus.
Und Paul Peuker ist ein wirklich bemerkenswerter Gitarrist. Er kann Balladen beseelen, es aber auch zupackend rockig losgehen lassen, ohne dabei die Gruppendienlichkeit aus dem Blick zu verlieren. Dies gilt für ausnahmslos alle der Mitspieler, denn ihr Sound ist ein gemeinsamer. Die rhythmische Intensität hat so zugenommen, dass man manchmal tanzen möchte, Solos sind klug eingebunden in den Gesamtkosmos, denn jeder ist als Individuum Teil der gemeinsamen Sache.
Jeder bringt in dieses filigrane Kompaktprogramm Spielerfahrungen aus anderen Bandkontexten ein. So werden Peuker8 zu einem großen gemeinsamen Nenner der sehr lebendigen Szenen in Berlin, Leipzig, Köln und Dresden. „Auf einmal ist er wieder da, der Jazz – in den großen Städten, in improvisierten Clubs. Und auf manchen Konzerten sind die Hörer schon wieder so jung wie die Musiker. Wie kann das sein?“, fragte Ulrich Stock unlängst in einer Titelgeschichte des ZEIT Magazins. Peuker8 geben darauf eine der plausibelsten Antworten.

Veröffentlichung

Peuker8 »Influx«

Influx
Peuker8

2018 WhyPlayJazz (WPJ040)
CD + MP3 Album Download

Erwartet am 16. Februar 2018

Titelverzeichnis

  1. Love Song  7:28
  2. The Skyward Escape  5:58
  3. Grind Me Tender  6:19
  4. Anthem  4:24
  5. At Beinglas Farm  6:59
  6. Metamorfosi  10:39
  7. Fuge  8:08
  8. Mnimi  3:54
  9. Theme Music  5:25
  10. Into the Wild White Yonder  4:27

Konzerte

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Töne/Bilder/Videos