Influx von Peuker8

2018 WhyPlayJazz (WPJ040), CD + MP3 Album Download

Erwartet am 16. Februar 2018

Peuker8 »Influx«

Titelverzeichnis

  1. Love Song  7:28
  2. The Skyward Escape  5:58
  3. Grind Me Tender  6:19
  4. Anthem  4:24
  5. At Beinglas Farm  6:59
  6. Metamorfosi  10:39
  7. Fuge  8:08
  8. Mnimi  3:54
  9. Theme Music  5:25
  10. Into the Wild White Yonder  4:27

Besetzung

Paul Peuker (guitar, composition), Clemens Christian Pötzsch (piano), Mark Weschenfelder (saxophone), Alina Gropper (violinquinton), Filip Sommer (violaquinton), Elisabeth Coudoux (cello), Eugen Rolnik (bass), Florian Lauer (drums), Sissi Rada (vocals on "Mnimi")

Produktionsdetails

Recorded, produced and mixed by Max Trieder at Hirschberg Studio, Oberkirchen and Studio 5, Berlin. Mastered by Henning Birkenhake at Eastside Mastering, Berlin. Photos by Dovile Sermokas. Design and artwork by Travassos.

Seit ein paar Jahren bestimmt die Rückkehr der Gitarre den aktuellen Jazz. Nie war die Gitarre so wertvoll wie heute. Der Wahlberliner Paul Peuker gehört in diesen Kontext. 2011 gründete der studierte Komponist sein Oktett Peuker8, um einen Zugriff von größerer Breite zu realisieren. Die faszinierende Fusion aus Jazz und europäischer Klassik, die Peukers außergewöhnliche Kompositionsweise charakterisiert, wird hoch gelobt und erweist sich auch live als tragfähig.
Aha, Third Stream denkt man – und denkt an der Sache vorbei. Peukers Musik nämlich hat nichts ambitioniert Akademisches, sondern ist von wundervoller Virtualität. Wie beiläufig wird einem beim Hören bewusst, welch enge und selbstverständliche Verschränkung nicht nur zwischen den Beteiligten, sondern auch zwischen den Stilen hier für Kurzweil sorgt. Scheinbar anstrengungslos werden mit hoher Spontanität die von Peuker geschaffenen Formen ausgefüllt. Diese Musik hat nichts Verkopftes, sie ist agil, facettenreich und in sich konsequent, ohne aufdringlich überrumpeln zu wollen. Und es ist eine Musik von hier, weil sie den amerikanischen Jazz grundiert mit europäischen Erfahrungen. So sind dann auch die drei Streicher in einer Weise integriert, die sie weit mehr sein lässt als bloße Geschmacksverstärker oder Effektsteigerer.
Nun ist Paul Peuker mit seiner zum Glück konstant gebliebenen Großformation weitergegangen auf seinem dritten Weg. Das aus vielen gemeinsamen Spielerfahrungen erwachsene zweite Album „Influx“ ist der konsequente nächste Schritt. Noch schlüssiger und bei gesteigerter Intensität erfüllt er sein Konzept mit Leben. Sehr dicht und strapazierfähig, doch gleichzeitig transparent und voller origineller Details navigiert diese temperamentvolle Band durch die zehn nie geschwätzig werdenden Stücke. Peuker hat ihnen eine Balance von Formbewusstheit und improvisatorischen Freiheiten eingeschrieben, als ginge das gar nicht anders. Das nimmt diesem Großaufgebot das Starre und macht es zu einem äußerst beweglichen Organismus.
Und Paul Peuker ist ein wirklich bemerkenswerter Gitarrist. Er kann Balladen beseelen, es aber auch zupackend rockig losgehen lassen, ohne dabei die Gruppendienlichkeit aus dem Blick zu verlieren. Dies gilt für ausnahmslos alle der Mitspieler, denn ihr Sound ist ein gemeinsamer: kompakt, verspielt und sehr plausibel.
Die rhythmische Intensität hat so zugenommen, dass man manchmal tanzen möchte, Solos sind klug eingebunden in den Gesamtkosmos, denn jeder ist als Individuum Teil der gemeinsamen Sache.
„Auf einmal ist er wieder da, der Jazz – in den großen Städten, in improvisierten Clubs. Und auf manchen Konzerten sind die Hörer schon wieder so jung wie die Musiker. Wie kann das sein?“, fragte Ulrich Stock unlängst in einer Titelgeschichte des ZEIT Magazins. Peuker8 geben darauf eine der plausibelsten Antworten.

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