Grasp von Schultze Ehwald Duo

2014 WhyPlayJazz (RS013), CD + MP3 Album Download

Schultze Ehwald Duo »Grasp«

Titelverzeichnis

  1. Highlands  10:37
  2. Wünsch Dir was  9:06
  3. Duo Piece I  6:04
  4. Alow and Aloft  5:32
  5. Beech Tree  5:16
  6. Köln  5:04

Besetzung

Peter Ehwald (ts), Stefan Schultze (p)

Produktionsdetails

All Tracks recorded on 1st & 2nd of October 2012 by Christian Heck at Loft, Cologne, Germany. Mixed and mastered by Christian Heck at tonart-studio, Kerpen-Horrem, Germany.

Die Musiker Stefan Schultze und Peter Ehwald verbindet eine langjährige und produktive Freundschaft. Sie musizieren unter anderem gemeinsam in Ensembles wie schultzing und Oktoposse und haben zusammen das Backyard Jazz Orchestra auf die Beine gestellt. Grasp ist ihr Debütalbum als Duo und naheliegende Konsequenz ihres gemeinsamen musikalischen Schaffens.
Über die Jahre haben sie ihre kompositorischen Möglichkeiten vielfältig ausgelotet. Mit Grasp wenden sie sich jetzt einer Einfachheit zu, die eine Hommage an die Ursprünglichkeit gemeinsamen Musizierens ist und ihnen gleichzeitig großen Freiraum künstlerischen Ausdrucks lässt.
Das Album ist ein klares Statement. Ehwalds erdiger Saxophonton trifft auf Schultzes überraschende harmonische Wendungen, diese Spielweisen verbinden sich auf Grasp zu einem authentischen Substrat. Mit viel Offenheit und ohne Beweisdrang entstehen so reizvolle Spannungsbögen. Man folgt der Musik in verschiedenste Richtungen und es sind die vielen Zwischentöne, das Ergreifen eines Momentes und die subtilen Nuancen, die das Album zu einer faszinierenden Reise machen.
Die insgesamt sechs Kompositionen des Albums Grasp sind klar strukturiert. Sie sind reich an Emotionen und immer direkt. Kein Ton ist zu viel. Mit viel Stilsicherheit ergründet das Duo seine Ausdrucksmöglichkeiten. Dabei wird offenbar, dass Schultze und Ehwald es genießen einander zuzuhören. Sie reagieren ohne Tabus aufeinander und bleiben wachsam auf das was folgen kann. Daraus entsteht eine in sich ruhende Kraft, die eine der großen Stärken von Grasp ist.
Das Album zeugt von einer persönlichen Qualität, da es Aufnahmen bereit hält, die von zwei Musikern gemacht worden sind, die sich lange kennen, einander schätzen und würdigen. Ihre Auswahl der Kompositionen zeigt Fingerspitzengefühl. Die Musik verbindet ein gemeinsamer Ursprung, eine gemeinsame Gefühlswelt, dennoch entwickelt sich jeder Titel in eine andere Richtung und überrascht mit verschiedensten Farben und Stimmungen. Auch mit kleinen Veränderungen gelingt es Ehwald und Schultze eine große Aussage zu treffen.
Wer sich einen Moment Zeit nimmt und über das Albumcover samt seinem prägnanten Titel nachdenkt, der wird bereits hier einen Teil der Botschaft wiederfinden.
Grasp zeigt, dass Virtuosität sich nicht allein durch schnelle Linien auszeichnet. Auf dieser Aufnahme reagieren die Musiker virtuos aufeinander und setzen sich gegenseitig gekonnt in Szene. Stefan Schultze und Peter Ehwald legen mit ihrem Debütalbum nicht nur Zeugnis ihres hohen spieltechnischen Vermögens ab, sondern stellen ihre Fähigkeit unter Beweis sich auf den Moment immer wieder neu einzulassen, ihn zu erkennen und darauf zu reagieren. So erschaffen sie ein wahres Kunstwerk improvisierter Musik.

Reviews

The music is a wonderfully romantic / lyrical contemporary Jazz, very melodic but absolutely non-trivial. The tunes are masterfully woven by both composers, clearly a continuation of the European Classical Neoromanticism transferred into the Jazz idiom. There is also a certain elegant minimalism, which is manifested by the "less is more" approach, where the essential notes and chords are stated without much ornamentation.
The performances are similarly modest, crystal clear and stylishly beautiful, without a shade of unnecessary sweetness or overdue syrupy tendencies, which often characterize similar efforts. Ehwald has a gorgeous tenor saxophone tone, which is unmistakably top-class. Schultze displays wonderful dynamics in his usage of the piano, cleverly moving between the foreground as a soloist and the background as an accompanist. Most impressive of course is their work as a team, which is the essence of this album, being truly exemplary. This is clearly a team effort without any attempts to dominate, and as a result the listener is treated to a piece of music, which is both emotionally moving and intellectually intriguing.
This album is a classic example how melodic / romantic music can be artistic and ambitious, a complete antidote to the dreaded muzak of smooth Jazz, and as such deserves to become a scholarly model. Gentle souls and die-hard romantics like me will definitely have a field day with this music, as should most Jazz loving listeners. Wholeheartedly recommended!

Adam Baruch, adambaruch.com

In a year already dominated by duo releases, here’s one that you mustn’t overlook. [...] Six Haunting themes composed by the pair... four by Peter, two by Stefan. [...] The album is titled Grasp and is released on the WhyPlayJazz record label. And I suggest you grasp a copy when you can.

Pete Butchers, Jazz Today

Unverbraucht, ohne Tabus, ohne Grenzen und ohne Berührungsängste nähern sie sich instrumental der Schnittstelle Jazz/Moderne. Das ist bei jedem der sechs Albumsongs keine Leichtigkeit. Es erfordert Geduld, auch Vertrauen ihnen zu folgen. Aber wie schön ist das bitte, mal keine Gitarrenriffs zu hören, keine PC-generierten Beats, keine bearbeiteten Gesänge, keine Klangverfettungen. Hier gilt es aufmerksam zu lauschen, nicht den Höhepunkt abzuwarten, sondern zu akzeptieren, dass Musik auch Fluss bedeutend. Kein Hinsteuern auf einen Höhepunkt. Wer sich fordern möchte, bitte zugreifen.

Sven Ferchow, Neue Musikzeitung 05/2014

Voraussetzungen so eines innig nahes Zusammenspiels sind, dass man sich lange und gut kennt, damit man sich etwas zu erzählen hat. Beides trifft für Pianist Stefan Schultze und Tenorsaxofonist Peter Ehwald uneingeschränkt zu. Sie haben ihre Altvorderen inhaliert, um das Eingesogene in Eigenes verwandelt auszuatmen. Beim neuerdings enorm präsenten Ehwald geht es um nuancenreich und ungeschwätzig Schlüssiges, um durchdachte Kontrolliertheit, die in erdigem Ton, vitaler Dringlichkeit jenseits des Auftrumpfens und kompositorischer Ausgewogenheit wurzelt. Schultze ist genau der Richtige für spannende Dialoge mit ihm. In mehreren gemeinsamen Bands haben sie Beachtliches vorgelegt, sodass ihre Zweisamkeit auf innerer Logik ohne Kraftmeierei beruhen kann.

Dr. Ulrich Steinmetzger, Leipziger Volkszeitung

Den Pianisten und den Saxophonisten verbindet eine langjährige musikalische Freundschaft in diversen Bands, die sie erstmals mit einem Duo dokumentieren. „Grasp“ (WhyPlayJazz RS013) ist die übersetzte Beherrschung und Fassungskraft, wenn beide Musiker bei einem halben Dutzend Eigenkompositionen unmittelbar aufeinander eingehen und reagieren. Dem strengen Spiel Schultzes setzte Ehwald gelegentlich Expressives entgegen, was der stimmungsvollen Atmosphäre keinesfalls abträglich ist, im Gegenteil.

Reiner Kobe, Jazz Podium 4/2013

Jetzt gehen [Stefan Schultze und Peter Ehwald] mit ihrem Duo an den Start. „Grasp“ heißt das erste Album, auf dem sie die hohe Kunst des musikalischen Miteinanders feiern. Ihre virtuose Instrumentaltechnik wirkt eher im Untergrund•. Den zwei Musikern geht es vielmehr um die Suche nach ungewöhnlichen, nicht alltäglichen Ausdrucksmitteln, die sie ad hoc im Zusammenspiel entwerfen, um improvisatorische Prozesse, in denen sich Harmonik und Melodik bedingen und ergänzen. Damit schlagen sie einen Bogen zwischen Tradition und Moderne, zwischen Komponiertem und Improvisiertem, zwischen lyrisch leisen Momenten und lautstarken Klangballungen.

Martin Laurentius, Jazz thing #103

Mit exzellentem Timing und Sinn für überraschende harmonische Wendungen improvisieren die beiden über sechs eigene Stücke.

Hans Hielscher, spiegel.de

Töne/Bilder/Videos