System Tribe von Stefan Schultze Solo

2018 WhyPlayJazz (WPJ039), CD + MP3 Album Download

Stefan Schultze Solo »System Tribe«

Titelverzeichnis

  1. System Tribe  4:24
  2. Silva  3:45
  3. Culture Vulture  2:36
  4. Return  3:22
  5. Fracking  5:13
  6. Rooftop  1:36
  7. Tong-Gu  3:30
  8. Fade  12:55

Besetzung

Stefan Schultze (piano)

Produktionsdetails

All compositions by Stefan Schultze. Produced by Stefan Schultze for WhyPlayJazz. Recorded April 1st 2016 by Lukas Lohner at Loft, Cologne, Germany & April 2nd - 3rd, Berlin, Germany. Mixed and mastered by Christian Heck at Tonartstudio, Horrem, Germany. Photo by Dovile Sermokas. Design and artwork by Travassos.

„System Tribe“ ist gleichermaßen ein eindrucksvolles Statement wie ein schlüssiges Dokument für Schultzes originäres und sehr zeitgemäßes Komponieren und Interpretieren. Musik, die herausfordert und belohnt entsteht so. Nun überträgt er sein preisgekröntes Können in erstaunlicher Weise auch auf sein Debüt-Album als Solist.

Stefan Schulze überträgt sein Können in erstaunlicher Weise auch auf sein Debüt-Album als Solist. „System Tribe“ ist gleichermaßen ein eindrucksvolles Statement wie ein schlüssiges Dokument für Schultzes originäres und sehr zeitgemäßes Komponieren und Interpretieren. Dabei ist Schultzes schlüssiger Ansatz ein ganz und gar individueller. Er basiert auf einer plausiblen und sinnlichen Reaktion auf den Informationsoverkill unserer Zeit.
Jedes Stück auf diesem Album ist anders, und doch fügen sie sich, ganz wie es der Titel des Albums verspricht, schließlich zu einer außergewöhnlichen Einheit. Die realisiert Schultze mit traditionellem Pianospiel, mit ausgetüftelten Präparationen seines Instruments, blubbernden Sounds des Fender Rhodes, spezieller Mikrofonierung und nur wenigen Overdubs.
Immer neu bleibt Stefan Schultze bei seiner Sache, eindringlich, emotional, suggestiv, strukturbewusst und ohne dabei das Publikum zu vergessen.
Musik, die herausfordert und belohnt entsteht so, Musik, die melodienselig kontemplativ sein kann und minimalistisch insistiert, die aber auch mit Steigerungen bis hin zu Mustern offensiver Rockmusik verblüfft oder mit Klangmodifizierungen hin zu maschinenhafter Verfremdung. Es geht um Formgebung, Charaktere und Nuancen, um ein produktives Zusammentreffen von Zartheit und peitschend forcierter Attacke, um die Balance von Laut und Leise bis hin zum nur um jeweils einen Ton geänderten Akkord in „Fade“, dem mutigen, sparsam ausgedehnten Finale des Albums.
Dieses Album führt vor, dass und wie es sich lohnt, sorgsam mit einzelnen Partikeln umzugehen. Es passiert etwas auf dem Weg vom Ausgesetzt sein zur forschenden Anverwandlung. Diese überraschende Einspielung macht mit tragfähiger Logik das Überbordende entlang eines roten Fadens fassbar.

Reviews

Ein fabelhaftes Wechselbad sinnlicher Geräuschhaftigkeit („Tong-Gu“) und großer Emotionen, das mit „Fade“ sensationell delikat endet.
(5 von 5 Sterne Musik/Klang)

Sven Thielmann, Fono Forum

German pianist-composer-educator Stefan Schultze planned «System Tribe» as «a healthy reaction to the information overkill of our time». Every piece on his debut album as soloist is different, but all offer surprising, daring and even futuristic sonic characteristics of the piano, extended by assorted preparations, special microphone setups, a bit of overdubbing and some bubbling sounds of the Fender Rhodes.
Schultze is always conscious of the structure of the new pieces, still, challenges himself as a composer, player or his conception of the piano itself. Obviously, Schultze compositions are influenced by the seminal work of of John Cage, negating the familiar sounds of the piano and incorporating sonic elements from abstract sound art, noise music, minimal music and even techno. His solo pieces suggest independent sound habitats, with strong auditory images, surrealist, alien, dreamy or simply industrious and distorted images. Some of these piece flow organically, others surrender to disciplined or chaotic patterns.

Eyal Hareuveni, salt peanuts*

Ja, das alles kann Klavier, wenn wer den Mut hat, Grenzen zu sprengen.

Christian Bakonyi, CONCERTO 5/2018

Stefan Schultze, seines Zeichens Pianist, Arrangeur und Komponist, setzt auf seinem Solo-Werk sein Können breit gefächert ein. Die gespielten Kompositionen stammen aus seiner Feder, Sämtliche Instrumente spielt Schultze selbst und erzeugt mit Klavier, präpariertem Klavier und zuweilen durch Mehrspuraufnahmen Klangwände, die sich vom üblichen Klavierspiel entfernen, um dann doch wieder zu entsprechenden Klängen zurück zu kehren.

Michael Brinkschulte, Der Hörspiegel

Diese Musik fordert heraus, sie ist nie langweilig, sie öffnet Türen und bietet sich an, andere Klangwelten zu entdecken, wer möchte, kann mit auf die Reise gehen und auch belohnt werden [...].

Wolfgang Giese, musikansich.de

Schlaues Schichten, zartes Zählen, druckvolle Dichte. Daran sollten sich die SüßTöner der "Neuen Klassik" mal schulen!

Karsten Zimalla, Westzeit

Mit seinem allerersten Album als Solist tritt STEFAN SCHULTZE fast schon eine Revolution los.

Andreas Schiffmann, musikreviews.de

Der Terminus „Minimal Music“ wäre zu plump, um Stefan Schultzes einsamen Trip in den unendlichen Kosmos der Töne zu beschreiben. [...] In seinem Kopf flackern wummernde Elektro-Sounds, die er auf erstaunlich leichte Weise in ein akustisches Vokabular überträgt, ohne dabei die bei Projekten dieser Machart leider gängige akademische Sperrigkeit zu erreichen. [...] Der Gegenentwurf zur Techno-Art.

Reinhard Köchl, Jazz thing September/Oktober 2018

Mit einem konzisen Formwillen und Sinn für Struktur schlägt seine Komponisten-Persönlichkeit auch im Solo-Programm voll durch. [...] Als ob er sich dem Genius loci des Weimarer Bauhauses beugen wollte, ist Schultze jeder ornamentalen Verspieltheit abhold, ist der musikalische Gedanke bis aufs Äußerste komprimiert.

Achim Doppler, CONCERTO August/September 2018

So sind doch Menschen, so ist Kunst, so ist ein starkes Statement! Man spürt, dass die Musik aus dem Genuss am spielen entstanden ist, sehr ansteckend und unprätentiös! Das schafft Platz und eine grosse Empathie zum Zuhörer! Elektronik-Sounds im Kopf, akustisch umgesetzt, wunderbar zeitgemäss, und eine bereichernde Abwechslung zur Flut an Techno-Art Alben.

Claudio Puntin

Töne/Bilder/Videos