Nicht selten beginnt im Jazz ein kreativer Neuansatz schon mit der Komposition der Band. Als Saxofonist, Bassklarinettist und Flötist Gebhard Ullmann 1993 auf Empfehlung von Paul Bley in New York seine Zusammenarbeit mit Soul Note, einem der einst wichtigsten Jazzlabels, startete, besetzte er seine Band mit zwei Bläsern plus Schlagzeug und Bass. Das war damals im Jazzmutterland zu einem durchaus seltenen und unüblichen Format geworden. Ullmanns transatlantische Kooperation erwies sich in der Folge als stilbildend und wuchs zu einem der wichtigsten Projekte des „Mingus aus Berlin“ heran. Immer weiter hat er am Bandsound gefeilt, der nie vom jazzüblichen Kompetition-Ding der Bläser verwässert wurde. Sich verschränkende, differierende und einander kommentierende Stimmen brachte er zusammen, die konzeptionell ausgerichtet sind und auch innerhalb der Solos im Bandkontext denken. Den hat Ullmann immer weiter verfeinert und hin zur unüblichen Konstellation mit drei tiefen Bläsern entwickelt: Tenorsaxofon/Bassklarinette, Posaune und Baritonsaxofon.

Veröffentlichung

Gebhard Ullmann Basement Research »Impromptus and Other Short Works«

Impromptus and Other Short Works
Gebhard Ullmann Basement Research

2019 WhyPlayJazz (WPJ045)
CD + MP3 Album Download

Titelverzeichnis

  1. Gospel  3:43
  2. Twelve Tones - Impromptu #5  5:07
  3. Impromptu #1  5:16
  4. 29 Shoes  4:45
  5. Kleine Figuren  3:12
  6. Lines - Impromptu #2  4:43
  7. Shifting Tonalities - Impromptu #3  6:09
  8. Air  2:31
  9. Sticks - Impromptu #4  3:17
  10. For Jim - Impromptu #6  4:35
  11. Almost Twenty-Eight  4:05

Konzerte

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Reviews

Dass sie nun nach diversen Besetzungsänderungen mit dem partiell retrospektiven Album „Impromptus And Other Short Works“ endet, wird jeder bedauern, der kraftvoll-dynamische, zwischen europäischer und amerikanischer Tradition oszillierende Improvisa­tionskunst zu schätzen weiß.

Sven Thielmann, Fono Forum

„25 Jahre Basement Research“ das ist schon eine Ansage. In unserer heutigen Zeit so ein internationales Ensemble zusammen zu halten, das verdient viel Respekt! Nun markiert diese CD auch das Ende. Gebhard Ullmann wird mit neuen Projekten weitermachen. So ist das Ende aber auch gleichzeitig der Höhepunkt. [...] Titel für Titel ändert sich die Richtung, wechselt die Szenerie. Gekennzeichnet durch die große Bandbreite der Kompositionen.

Henry Karl, radiohoerer

Whatever you’d call Mingus, you could call Ullmann as well. To me his pieces for this group take their cue from Blues & Roots and Oh Yeah! — the bands with three or four low or low-ish horns, no trumpet or other high-pitched instrument on top, the spontaneity of their interpretation and the occasional burst of collective polyphony ensured by Mingus’s method of teaching them the pieces by ear. I doubt that’s how Ullmann does it, but whatever his method he achieves a similar level of warmth, flexibility and sheer humanity. [...] If you don’t know Ullmann’s music, this album is a very welcoming place to start.

Richard Williams, thebluemoment.com

Drive, passion, expression, vitality and original point of view are joined together to one place.

Avant Scena

The musicians Ullmann's assembled do a remarkable job making his material sound fresh and supporting one another.

textura, Ron Schepper

Six extemporary pieces get to showcase the musicians’ limber technique and spontaneous creativity. [...] This is a successful, enjoyable effort from a band that, knowing exactly where they want to go, has the intuition plus technical means to create winning music every step of the way.

Jazztrail

This was a well done and exciting album, the group's eighth over the course of twenty five years with little sign of fatigue. Inspired by the likes of Albert Ayler, Archie Shepp, and Charles Lloyd the band uses their accomplishments as a challenge to explore the unknown and carve out their own path.

Tim Eiland, Music and More

Great music that consistently delves into the heart of the matter and, without skipping a beat, moves on to the next creative moment.

GPoint-Audio, Greg Drygala

Gebhard Ullmann, Weltbürger und Träger des Jazzpreises der Stadt Berlin 2017, zelebriert seine Impromptus in einer fokussierten Ästhetik, bei der jedes der kurzen Stücke anderswo ansetzt, um sich in einem kollektiven Bandsound zu entfalten. Gospel, Anklänge an Albert Ayler, Archie Shepp oder Charles Lloyd, Widmungen, verschränkte Improvisationen und immer neue Wendungen. Musik ist das, die immer wieder auf den Punkt kommt, um von dort abzuspringen.

Jazz-Fun, Jacek Brun

Dass der Jazz einmal in der Kirche und am Tanzboden zu Hause war, wird von der seit 25 Jahren bestehenden Band des deutschen Rohrblattlers Gebhard Ullmann wieder in Erinnerung gerufen. Die reibungs- und dissonanzfrohen Improvisationen lassen den fünf Musikern Freiheit zu allerlei Allotria, die aber nicht haltlos anarchisch umgesetzt wird, sondern auch circensische Funkiness à la Archie Shepp oder feierliche aylereske Inbrunst zulässt.

Klaus Nüchtern, falter.at