Alles wird gut gegangen sein werden von Brigade Futur III

2017 WhyPlayJazz (RS037), CD + MP3 Album Download

Erwartet am 9. November 2017

Brigade Futur III »Alles wird gut gegangen sein werden«

Titelverzeichnis

  1. Norwegen  8:02
  2. Futur III  3:14
  3. 112  5:29
  4. Schokoladenlied  7:38
  5. Das Zeitalter der Aufklärung  1:42
  6. Die Umstrukturierung der Gesellschaft  11:14
  7. Utopia  2:19
  8. Retrotopia  6:14
  9. Futur war alles besser  1:30
  10. Alles wird gut gegangen sein werden  4:42

Besetzung

Elia Rediger (vocals), Benjamin Weidekamp (woodwinds), Jerome Bugnon (trombone), Michael Haves (guitar, artificial singing, samples, Kazoo, keyboards) Spielvereinigung Sued: Simon Bodensieck, Johannes Moritz, Damian Dalla Torre, Henrik Baumgarten (woodwinds); Konrad Schreiter, Patrick Schanze, Vincent Hahn (trumpets); Ludwig Kociok, Julian Schließmeyer, Matthias Büttner (trombones); Florian Kästner (piano); Philipp Rohmer (bass); Philipp Scholz (drums); Special guests: Richard Koch (trompet), Uli Kempendorff (soprano saxophone, flute); Additional vocals: Antonia Bill, Almut Kühne, Lucy Railton, Raphael Jecker, Brigade Futur III; Chor: Dorothee Hübner, Dorothee Saar, Katja Reinecke, Almut Hilse, Christine Günther, Judith Herzog, Kristin Hartmann, Katharina Lange, Thomas Gorny, Richard Eichler, Florian Hauer, Jerome Queron, Konstantin Lang, Ralph von Roden

Produktionsdetails

Recorded April 2017 at Funkhausstudio Berlin (Germany) by Jean Philipp Dusse (sound engineer) and Meike Alex (assistant). Produced by Brigade Futur III for WhyPlayJazz. Mixed by Micael Haves Christian at The Cop Shop (Berlin, Germany). Mastered by Martin Ruch at Control Room Berlin (Germany). Photos by Can Elbasi and Elia Rediger. Design and artwork by Michael Schultz and Brigade Futur III.

Das Berliner Kollektiv Brigade Futur III legt hier gemeinsam mit der Spielvereinigung Sued ein Jazzalbum vor, wie es das in Deutschland so noch nicht gegeben hat. Jazz, der endlich mal wieder alle angeht. Geht nicht, gibt’s nicht, und gibt’s nicht, geht nicht. Free Jazz im ursprünglichsten Sinne des Wortes, der mörderischen Spaß macht.

Sparen wir uns jeden Diskurs um die Relevanz des zeitgenössischen Jazz und kommen sofort zur Sache. Das Berliner Kollektiv Brigade Futur III legt hier gemeinsam mit der Spielvereinigung Sued ein Jazzalbum vor, wie es das in Deutschland so noch nicht gegeben hat.
Der in Berlin lebende Saxofonist Benjamin Weidekamp (Olaf Ton, Stereo Lisa) wurde von der Big Band Spielvereinigung Sued aus Leipzig zu einer Auftragskomposition eingeladen. Mit dem Songwriter und Produzenten Michael Haves, mit dem er kurz zuvor das Projekt Filter Bubble gründete, dem Seeed-Posaunist Jerome Bugnon und dem Schweizer Künstler und Sänger Elia Rediger formierte sich eine Art Powerbrigade, die ihre politischen Anliegen in Musik umsetzen wollte. Die Einladung der Spielvereinigung wurde im Viererverbund unter dem Namen Brigade Futur III angenommen.
Die vier apokalyptischen Bilderstürmer wollen handeln, jetzt, hier für morgen. „Alles wird gut gegangen sein werden, aber wie nur? Wie kann man für ein positives Zukunftsbild einstehen, dessen Voraussetzungen in der Zukunft erst geschaffen zu sein werden haben.“ Die Idee des Futur III war geboren.
Sie erinnerten sich an die Herren Brecht und Weill, welche maßgeblich das politische Kunstlied prägten. Wie würde es sich anhören, diese Idee ins Jahr 2017 zu transportieren? Wie kann man heute politische Musik machen, was sind unsere Angriffspunkte?
Jeder der vier Individualisten steht an einem anderen Punkt in seinem Leben, daher brachte jeder ganz eigene Ideen mit ein. Wie, was aber nicht warum. Das Leben war stärker als die Kunst. Das Leben war stärker als die Kunst. Eine Art Post Art, in der nicht nur alles möglich, sondern alles zwingend ist. Die Brigade Futur III als urbaner Stamm, der einen wahnwitzigen Kriegstanz auf den gentrifizierten Straßen und Plätzen der Hauptstadt aufführt. Brecht und Weill rasieren sich Iros, Kurt Schwitters tanzt Pas De Deux mit Max Raabe, A Tribe Called Quest wird zur Marschkapelle, Rage Against The Machine batteln sich mit Duke Ellington, Luigi Nono headbangt zu Sonic Youth, Charles Mingus verbarrikadiert sich mit K.I.Z., John Coltrane feiert die Auferstehung von J. Dilla.
Der Sound ist gnadenlos übersteuert, der Gesang taumelt zwischen snobistisch bis verzerrt. Die Texte sind provokant, doppelbödig, widersinnig, absurd, existenzialistisch und auf eine beiläufig eindringliche Art unmittelbar dem Leben abgelauscht. Oft muss man doppelt hören, um seinen Ohren zu trauen. Brigade Futur III trägt die Kunst zurück auf die Straße, in den Späti, auf den Spielplatz, in die Küche, auf den Balkon. Das Wendecover – John Hartfield und Jello Biafra lassen grüßen – symbolisiert den Sturm auf die Bastille unserer eigenen Trägheit.
Jazz, der endlich mal wieder alle angeht – und trotzdem oder gerade deswegen mal wieder mörderischen Spaß an sich selbst haben und machen darf. Keine Angst vor Klischees und Plattitüden. Geht nicht, gibt’s nicht, und gibt’s nicht, geht nicht. Free Jazz im ursprünglichsten Sinne des Wortes.

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