Seit er vor fünf Jahren mit „Resound“ sein erstes Peuker8-Album vorgelegt hat, wird der Wahlberliner Paul Peuker als eine der originellsten Stimmen eines neuen deutschen Jazz wahrgenommen. Der junge Gitarrist und Komponist denkt in ebenso außergewöhnlichen wie einfallsreichen Konzepten und hat mit seiner konstant gebliebenen Großformation in den Grenzbereichen von Jazz, Klassik und Progressive Rock eine markante eigene Stimme gefestigt. Hier bricht einer auf – raus aus der Eindimensionalität der Genres. Dabei hat seine Kunst wenig zu tun mit Gunther Schullers Third Stream, der einst akademischsten und improvisationsfernsten Spielart des Jazz. Peukers Musik ist eingängig, vital, facettenreich und alles andere als eine starre Kopfgeburt. Ihm geht es um agile Leichtigkeit, mit der er ein Jazzquintett mit Gitarre, Piano, Altsaxofon, Bass und Schlagzeug mit Viola, Cello und Violine in einer Weise verzahnt, in der das vermeintlich klassische Streichertrio nicht als bloßer Geschmacksverstärker addiert ist, sondern vollkommen gleichberechtigt in die kompositorischen und improvisatorischen Vorgänge eintritt. Sein Großaufgebot agiert und reagiert als verblüffend beweglicher Organismus.

Veröffentlichung

Peuker8 »Influx«

Influx
Peuker8

2018 WhyPlayJazz (WPJ040)
CD + MP3 Album Download

Titelverzeichnis

  1. Love Song  7:28
  2. The Skyward Escape  5:58
  3. Grind Me Tender  6:19
  4. Anthem  4:24
  5. At Beinglas Farm  6:59
  6. Metamorfosi  10:39
  7. Fuge  8:08
  8. Mnimi  3:54
  9. Theme Music  5:25
  10. Into the Wild White Yonder  4:27

Konzerte

2019

  • 25.10.2019 - Berlin, DE @ Aufsturz

Sie sind Veranstalter und möchten Verfügbarkeit: auf Anfrage.

Töne/Bilder/Videos

Reviews

Ein bewusst ausbalanciertes Werk, in dem man ein geschmackvolles Zusammenwirken der einzelnen Teildisziplinen wahrnehmen kann.

Stefano Oliva, Kathodik

The strong, individual voices of Peuker8, its work throughout the years (with only two changes in its personnel, but not in the octet instrumentation), the generous degrees of individual freedom and Peuker own personal voice as a guitarist deny Peuker’s intricate and well-structured compositions from becoming academic exercises. Still, these multifaceted compositions are complex, demanding and often cerebral, never break through into unknown territories or surrender to a burst reckless energy. The careful balance between the jazz-y rhythm section, the string trio, and the main soloists – Peuker himself, sax player Mark Weschenfelder and pianist Clemens Christian Pötzsch, takes its toll.

Eyal Hareuveni, salt peanuts*

[Paul Peuker] bestätigt einmal mehr den Verdacht, kein "normaler" Jazzgitarrist zu sein, sondern ein ziemlich genialer Individualist, der mit seinem Oktett die stilistischen Genres zusammenkomponiert kriegt wie kein Zweiter. [...] Ja, das sind Synthesen, und sie funktionieren tatsächlich und äußerst überzeugend, als Assimilation von Genre-Teilen, in denen das je Genre-Typische noch erhalten und erkennbar bleibt. [...] Das ist eine Meisterleistung. Und Paul Peuker auf bestem Wege bergan in den Olymp der wahrhaften Neuerer.

Alexander Schmitz, Jazz Podium (4/2018)

The record is a compelling statement of constant inspiration filled with brilliant moments and blissful improvisations as well as beautiful compositions.

Friedrich Kunzmann, allaboutjazz.com

The music immediately strikes the listener with its originality and immense intensity, which are entirely unprecedented. It is a variety of Jazz-Classical Fusion, but no other music of that category has previously reached such level of natural symbiosis as this music, which amalgamates Jazz tradition with contemporary European chamber music, expanding the idiom´s boundaries tremendously. [...] It will take a while for this music to reverberate and achieve the recognition it truly deserves, but it definitely marks a milestone in European contemporary music, including the Jazz idiom but also way beyond. The aesthetic and intellectual ingenuity, talent and effort this album offers to the listener are all extraordinary and deserve the highest praise, which will be hopefully followed by acknowledgment as well.

Adam Baruch, The Soundtrack Of My Life

Dazu kommen noch die verschiedenen Klangfarben aus denen Paul Peuker schöpferisch auswählen kann, um den jeweils bestmöglichen Sound für seine Kompositionen herauszuarbeiten. [...] Es zahlt sich aus, wenn man beim Arrangieren nicht immer alles spielen lässt, was möglich wäre. So entsteht eine Durchsichtigkeit, bei der man auch viele kleine Einzelheiten entdecken kann, ohne dass sie in einem Klangbrei untergehen. [...] Influx ist eine anspruchsvolle CD, ohne sich zu sehr dem Anspruch zu unterwerfen. Peuker8 gelingt es damit, für ein größeres Publikum interessant zu sein, ohne sich anbiedern zu müssen.

Ingo Andruschkewitsch, musikansich.de

Die Instrumentierung gibt Peuker die Möglichkeit, seine kompositorischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und gleichzeitig sein feines Gespür für improvisierte Musik zu zeigen. [...] Schöne Kompositionen, musikalisches Abenteuer, komplexer Rhythmus, melodischer Einfallsreichtum, leuchtende Soli: Influx hat alles. Die Musik hat Energie, kennt gedämpfte Momente und klingt verspielt. Außerdem versprüht es Spaß. Ein vielseitiges und abwechslungsreiches Album.

Gert Derkx, opduvel.com

Das besondere an dieser Platte ist der Einsatz eines Streichertrios im Jazzkontext. Diese Schwalbe allein macht freilich noch keinen Sommer, aber da sind ja auch noch Paul Peukers famose elektrische Gitarrenarbeit, der stiloffene Blick auf die Möglichkeiten des Instruments und natürlich seine Kompositionen, die spannungsreich und urteilsfrei Jazz und europäische, zeitgenössische Klassik auf gleichwertiger Basis miteinander verweben. Was zunächst etwas sperrig anmuten mag, entwickelt im Verlauf des Albums einen unaufhaltsamen Sog, zumal Komposition und Improvisation ebenfalls gleiche Anteile haben. Dabei schreckt "Influx" selbst vor rockiger Härte nicht zurück.

Ingo Baron, drums & percussion (2/2018)

Seine Kompositionen sind modern, strukturiert und lassen viel Platz für echte Improvisation. [...] Das ist Musik für den fortgeschrittenen Jazz-Liebhaber, der sich nicht vor Dissonanzen scheut und sich gerne herausfordert.

Sjoerd van Aelst, Jazzflits #292

Ein sehr solider Satz von brillanten Musikern, die es verstehen, die Fallstricke komplexer und manchmal ein wenig wackeliger Rhythmen zu überwinden und die Farben eines Komponisten hervorzuheben, der als Instrumentalist in das Kollektiv übergeht.

Thierry Giard, culturejazz.fr